Medizin die krank macht

Bei dem Wort Religion stellen sich bei vielen Menschen die Nackenhaare auf. Lange Diskussionsrunden sind darüber geführt worden und werden sicherlich noch geführt. Verständlich, kein anderes Thema ist so groß und mächtig, gleichzeitig aber auch undurchschaubar und, man möchte fast sagen, provozierend.

Kaum ein Tag vergeht an dem ich mir keine Fragen stelle, Fragen über die Zukunft, über Existenz, über die Wahrheit und Wirklichkeit dieser Welt in der wir leben. Manchmal raubt es mir die Ruhe, den Schlaf, die Sinne. Viel zu viel Zeit vergeht auf der Suche nach den Antworten, meistens wandert der Geist erschöpft weiter und wendet sich anderen Dingen zu. Das ist auch meistens besser so.

Schon so mancher Disput entstand und viele endeten entnervt und gestresst. Sehr oft ist meine buddhistische Ansicht die Ursache. Einige reagieren mit Neugierde, andere mit Gleichgültigkeit (im Bezug auf Religion allgemein) und wiederum andere mit Abneigung.

Auf der Suche nach einer Lösung für all diese Fragen, Gespäche und endlosen Runden, in denen es hin und her ging, bin ich auf etwas gestoßen was helfen kann. Eine Art Metapher, eine scheinbar einleuchtende (erleuchtende :D) Ansichtsweise um Fragen zu beantworten und Konflikte zu schlichten.

Jeder Mensch hat seine Persönlichkeit, sein Bewusstsein. Und jede dieser Persönlichkeiten, ob wiedergeboren oder nicht, lebt in dieser Welt die geplagt von Neid, Gier und bösem Willen ist. So gesehen leidet der Mensch an diesem, wenn jetzt auch nur oberflächlichen, Übel. Man könnte sagen an dieser Krankheit. Und jetzt kommt die Religion/Philosophie ins Spiel, Religion ist die Medizin die einem von dieser Erkrankung heilen kann, die Medizin die einen Gesund macht. Leidet jetzt jeder Mensch am gleichem Schmerz? Nein! Genau das ist der springende Punkt.

Wenn ich Bauchweh habe, nehme ich keine Kopfschmerztablette. Jetzt möchte ich behaupten, jeder Mensch braucht für seine persönliche Krankheit seine eigene heilende Medizin. Ich gehe sogar noch weiter und behaupte das falsche Medizin die Krankheit womöglich noch verschlimmern kann, aber nicht muss. Frei nach dem Dalai Lama, "letztendlich hat jede Religion das Potential ein gutes Herzen zu entwickeln".

So gesehen gibt es kein "besser" oder "schlechter". Leider gibt es auch keinen Arzt der uns die Medizin verschreibt, wir müssen sie selber suchen. Natürlich wäre es unsinnig, alle Religionen auszuprobieren, schier unmöglich alle Lehren 100 prozentig in sich zu verankern. Aber ich glaube, mit ein bisschen Nachdenken und Hinterfragen findet jeder zu seinem Glück. Viel schlimmer als die Suche nach Glück ist doch die Resignation, die Aussichtslosigkeit.

Abschließen möchte ich mit Worten des Dalai Lama: "Viel Wichtiger ist, dass ein Mensch mit negativen Eigenschaften, durch die Herangehensweise dieser unterschiedlichen Traditionen und Systeme zu einen guten, positiven Menschen werden kann."

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