Sich in den Fuß schießen
Es ist die größte Stärke der Menschheit und gleichzeitig die schlimmste Schwäche. Ohne wären wir sicherlich nicht da wo wir jetzt sind, aber genau deshalb sind wir auch dort wo wir sind. Das "Mehr wollen als man hat". Meistens schleicht es sich langsam an, genau dann wenn man gerade das erreicht hat was man möchte. Man macht sich auch keine Gedanken darüber, denn "Mehr wollen" ist gut sagt uns die Gesellschaft und unser Kopf. Mehr wollen bedeutet Wachstum und Fortschritt, das stimmt leider nur bedingt.
Mehr wollen bedeutet oft das Gegenteil, denn es artet meist in das "Zuviel wollen" aus. Ein unsichtbarer Prozess der aus einen positiven Fortschritt eine vernichtende Macht erzeugt. Diese Macht ist dann meist nicht zu stoppen weil sie sich oberflächlich nur gering vom "Mehr wollen" unterscheidet. Aber tiefer und gut getarnt steckt ein hungriges Monster, dass nicht zu befriedigen ist. Hat man ein Ziel erreicht lechzt es nach dem Nächsten, immer schneller, immer gieriger.
Und so passiert es dann das man sich, aus meist unerklärlichen Gründen, selbst in den einen Fuß schießt und aus all dem positiven Fortschritt Nichts wird. Das Schlimmste daran ist meistens nicht das man diesen Weg geht, wir sind als Menschen verdammt dazu. Nein, das Schlimmste ist dieses Weg zu gehen obwohl man es weiß und vermeiden müsste. Oft zweifle ich daran ob das überhaupt möglich ist. Ob es möglich ist den anderen Weg zu gehen. Denn viel zu häufig höre ich nicht auf meine innere Stimme die mich warnt.
Es reicht einfach nicht aus den falschen Weg zu erkennen, man muss ihn auch gehen. So tiefgründig das auch klingt, es ist die Hölle. Denn als Mensch hat man einfach diese Neugierde, die einen immer wieder auf's Neue reinlegen will. Vielleicht sind wir auch alle einfach zu überheblich und denken uns das wird schon gut gehen, oft sehe ich das bei mir. Aber es reicht nicht aus seine Dämonen zu erkennen, es ist nur ein Anfang. Daran muss ich arbeiten.
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