Nürnberg: Tag 23

Jetzt sind es wirklich schon ein bisschen mehr als 3 Wochen das ich hier oben lebe. Es ist immer wieder erschreckend wie schnell die Zeit vorbei zieht, aber das sagt man im Nachhinein ja immer.

Langsam zeichnet sich hier eine gewisse Routine ein. Da hier alles relativ nah zueinander liegt und man mit Fahrrad oder U-Bahn sehr schnell an sein Ziel kommt hat man viel Zeit. Morgens kommt man recht zügig zur Arbeit, in der Mittagspause kann man schnell einkaufen gehen da man ja mitten in der Stadt ist und Abends schwingt man sich auf's Fahrrad und ist gleich im Training. Die Breaker hier sind auch alle sehr gut drauf. Stellt sich die Frage wo man Breaker findet die nicht gut drauf sind, sowas gibt es wahrscheinlich gar nicht und wenn dann will ich es nicht wissen.

Was mir glaube ich am meisten Spaß macht: Sich seinen persönlichen Way of Life neu definieren zu können. Das sind Dinge wie zum Beispiel keine Snack und keinen Fernseher zuhause haben. Halte ich beides für äußerst überflüssig, man macht es halt einfach weil man es so kennt und gewohnt ist. Oft auch nur ganz marginale Dinge wie kalt Duschen oder morgens und abends Dehnungsübungen zu machen. Dazu war ich früher oft zu bequem muss ich zugeben. Die Chance sich seinen Alltag komplett neu zu prägen kommt sicher nicht oft oder man ist wirklich einfach zu bequem dazu.

Das wirklich einzige was noch schmerzhaft fehlt ist ein Internetanschluss daheim. Hier ist mir ein Thema der re:publica 2008 in den Kopf gekommen, staatlich gewährleistete Internetversorgung. Heißt der Staat sorgt für eine elektronische WWW-Infrastruktur und bekommt dafür Steuern, wie zum Beispiel für das Verkehrsnetz. Es ist ein Drama alle verschiedene Anbieter und Techniken zu vergleichen und sich den vernünftigsten zu suchen. Vernünftig deshalb, weil wirklich keiner besser ist. Dann gibt es noch einige Anschlussarten die alle Vor und Nachteile haben, als Normalsterblicher will man sich kaum mit Latenzzeiten oder Netto-Übertragungsraten beschäftigen sondern einfach schnell surfen. Das Thema Verfügbarkeit brauche ich gar nicht erst erwähnen. Wäre wirklich schön wenn es hier so einfach wäre wie beim Verkehrsnetz: Steuern zahlen, benutzen und gut ist.

Geordert habe ich letztendlich eine UMTS/HSDPA Flatrate, wobei mir hier niemand versichern konnte wie gut mein Empfang sein wird. Wie immer, ich hoffe das Beste und erwarte das Schlimmste. Sobald der USB-Stick, welcher mein Macbook mit purem UMTS versorgen wird, hier ankommt wird das Bangen ein Ende haben. Ob darauf dann Fluchen oder Freude folgt... wer weiß.

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