Musik hören ist mein Rauchen

Man kann sich jetzt drüber streiten ob Rauchen ein Laster oder eine Sucht ist. Ich persönlich denke das nur Raucher es als "Laster" bezeichnen, dazu gibts dann auch meistens noch eine Portion "Ich könnte jederzeit damit aufhören" mit einem Schuss "aber ich möchte ja gar nicht aufhören". Nun möchte ich aber nicht über die armen Raucher herziehen, die habens ja schon schwer genug. Geächtet von der Gesellschaft werden sie wie Hunde vor die Tür gestellt, ich warte schon auf die ersten "Wir müssen draußen bleiben"-Schilder für Raucher.

Jetzt kann ich mir als Nichtraucher gar nicht vorstellen wie es ist wenn man mal keine Fluppe im Mund hat an der man ziehen oder Schachtel in der Hand hat mit der man spielen kann. Meinen Erfahrungen nach werden die Drogenabhängigen... Raucher dann unruhig, nervös und quengeln mit Sätzen wie "Ouuh Mann, ich brauch jetzt ne Kippe".

Zum Thema, in meiner unendlichen Geistesabwesenheit habe ich letztens meinen iPod vergessen. Mein ständiger Gefährte, der mich zu jeder Tageszeit zu jedem Ort begleitet und alltägliche Situationen musikalisch untermalt. So wird der Alltagstrott leichter, Zeit vergeht schneller und manchmal sucht man einfach nur ein wenig Zerstreuung in der Musik. Natürlich könnte das auch jedes andere Gerät das zur Wiedergabe digitaler Musik fähig ist, in meinem Falle halt ein iPod. Naja ein Zune vielleicht nicht, da müsste ich immer an Microsoft denken.

Aber ich schweife ab, mein iPod lag daheim, vermutlich um sich von zwei anstrengenden Drehtagen zu erholen. Nach gefühlten 100 Stunden ohne Musik (real ca. 5) fiel mir auf das meine Symptome denen eines Rauchers sehr gleichkamen. Diese Nervosität und Unruhe, dieses innere Unbehagen das sicher auch anderen Leuten auffällt. Der eine Satz "Ouuh Mann, ich brauch jetzt Musik" bohrte sich immer tiefer und tiefer in meinen Kopf.

Mein iPod läuft am Tag gute 4 bis 5 Stunden, immer wenn ich mal ein paar Minuten Zeit habe oder sie mir nehme. Die Stunde Mittagspause fast auch immer mit Kopfhörer im Ohr, Bürogeräusche sind schon sehr eintönig, das fällt erst wirklich auf wenn der geliebte Musikmacher mal fehlt. Denke so muss sich ein Raucher ohne Zigaretten fühlen, die kann man ja "zum Glück" an jeder Ecke kaufen. Wie auf Entzug schlenderte ich durch den Tag und hätte zu gern eine Schachtel Musik an der Tanke geholt oder mir ein Musikstück geschnorrt. Schon lustig auf was man alles kommt wenn man sich mal nicht in seiner Musik verlieren kann.

Glaube eine Woche ohne Musik und ich müsste sterben, oder zumindest in Behandlung. Im Krankenhaus würde das sicher so ablaufen:

  • "Was hat dieser Mann?"
  • "Musikentzug, mindestens eine Woche"
  • "Gut, geben sie im 250ml Rock und eine Pop-Infusion"
  • "Doktor, Puls wird schwächer... wir verlieren Ihn!"
  • "Wir haben keine Zeit zu verlieren! Schwester, 1 Gramm Hiphop direkt ins Herz!"

 

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